Aktuelle Nachrichten

12.12.2017, Berlin Die deutsche Hauptstadt Berlin war am vergangenen Wochenende Schauplatz von offen zur Schau gestelltem Judenhass, Antisemitismus und Anfeindungen gegen den Staat Israel. Anlass war die Erklärung von US-Präsident Trump, er wolle ganz Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen. Die deutsche Bundesregierung und mehrere Bundesminister verurteilten die Demonstrationen. Bereits am Freitag waren vor dem Brandenburger Tor israelische Flaggen verbrannt worden, worauf die Polizei zehn Menschen festnahm und die Kundgebung auflöste. Die Demonstranten hatten Jerusalem als ?Hauptstadt Palästinas? bezeichnet.

Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL beklagt in der Berichterstattung, es sei nicht bekannt, wie verbreitet antisemitische Denkweisen unter Migranten sind. Auch bei den antisemitischen Straftaten in Deutschland, von denen es im vergangenen Jahr 1.468 gab, wird nicht ermittelt, wieviele der Tätern einen Migrationshintergrund hätten. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte, er werde Antisemitismus und Rassismus bei Demonstrationen nicht dulden
12.12.2017, Kaiserslautern Kohlenstoffmonoxid entsteht bei unvollständigen Verbrennungsvorgängen, so auch in Wasserpfeifen. Weil in Shisha-Bars rund um die Uhr Kohle verbrannt wird, sind die Werte von Kohlenstoffmonoxid in der Luft oft erhöht. Es handelt sich dabei um ein farb- und geruchloses Gas, das den Transport von Sauerstoff im Blut blockieren kann. Im schlimmsten Fall kann eine Vergiftung tödlich enden. Dieses Schicksal ereilte in der Nacht zum Samstag beinahe eine 18-Jährige in Kaiserslautern. Sie wollte gerade bezahlen und die Lokalität verlassen, als sie bewusstlos zusammenbrach. Sie musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden, sei inzwischen aber wieder außer Lebensgefahr. Die ebenfalls herbeigerufene Feuerwehr stellte erhöhte Werte des giftigen Gases fest und lüftete die Bar. Auf Anweisung des Ordnungsamtes bleibt sie vorerst geschlossen.

Ärzte fordern eine CO-Melder-Pflicht für Shisha-Bars. Denn es handelte sich hier um keinen Einzelfall: Im März schwebte in Lörrach eine Frau in Lebensgefahr, weil sie zu viel von dem Gas eingeatmet hatte. In Pforzheim verlor ein junger Mann das Bewusstsein. CO-Melder sind nur in wenigen Kommunen bisher vorgeschrieben. So etwa die Stadt Trier, die im November bei Kontrollen in drei Shisha-Bars erhöhte Kohlenstoffmonoxid-Konzentrationen feststellen konnte
11.12.2017, Düsseldorf Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 wurden rund 1.200 deutsche Internet-Nutzer zum Thema Social Bots befragt. Dabei ging es um den möglichen Einfluss von programmgesteuerten Beiträgen auf die Wähler. Nur 18 Prozent der Befragten glauben, dass sie erkennen können, ob ein Beitrag im Internet von einer echten Person stammt oder einem Social Bot. Die Mehrheit lehnte den Einsatz von Softwarerobotern im Wahlkampf ab und sieht eine Gefahr für die Demokratie.

Social Bots sind Computerprogramme, die ursprünglich für Spiele entwickelt wurden. Sie sind in einigen Bereichen einem menschlichen Spieler überlegen, etwa im Schachspiel. Zu den weiteren Anwendungsbereichen gehören inzwischen soziale Netzwerke und sogenannten Flirtbörsen. Dabei werden vorgefertigte Antworten erstellt, die auf Knopfdruck oder programmgesteuert verschickt werden können. Der Internetnutzer kann oft nicht erkennen, ob die Antworten von einer Person individuell formuliert wurden oder von einer Maschine stammen. Wieviele Profile zum Beispiel auf Facebook echt sind, kann daher nur geschätzt werden. Das gilt auch für andere Internetangebote. Das Nachrichtenportal von Die Welt berichtete bereits 2012: ?Hinter manch attraktiver Frau auf einer Online-Partnerbörse steckt ein Mann ? oder eine mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Software.? Dafür wird von dem Anbieter auch fleißig abkassiert.

Dirk Helbing, der an der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich) und der Technische Universität Delft lehrt, hat sich eingehend mit Social Bots befasst. Er schätzt ihre Anzahl bei Facebook und Twitter auf 20 bis 40 Prozent. Wenn ein Account rund um die Uhr aktiv ist, so bestehe der Verdacht, dass ein Computerprogramm dahintersteckt. In der Informatik gelten Social Bots als ?Künstliche Intelligenz?, wobei es aber bisher keine allgemeingültige Definition von ?Intelligenz? gibt
10.12.2017, Hannover Doris von Sayn-Wittgenstein, Landesvorsitzende der AfD in Schleswig-Holstein, hatte auf dem Bundesparteitag der AfD in Hannover für das Amt einer der beiden Vorsitzenden ihrer Partei kandidiert, bekam aber nur 49 Prozent der Stimmen. Nun ist der Verdacht aufgekommen, dass ihr Adelstitel nicht echt ist. Wie Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärte, gehöre sie nicht zu seiner Familie. Weiter sagte er: ?Ich vermute, dass sie adoptiert worden ist.?

Käufliche Adelstitel und damit verbundene Adoptionen gibt es schon seit längerer Zeit. In den 1970er Jahren wurde ?Konsul? Weyer durch seinen schwunghaften Handel mit Titeln für Honorarkonsulate, aber auch der Vermittlung von begehrten Grafen- und anderen Titeln, meist von kinderlosen Trägern dieses Namens im Wege der Adoption, bekannt
09.12.2017, Koblenz Autobahnraststätten in Rheinland-Pfalz dürfen auch weiterhin Gebühren für die Benutzung der dortigen Toiletten erheben. Dies wurde vom Verwaltungsgericht Koblenz entschieden und damit eine Klage des Kabarettisten abgewiesen.

Grebe hatte gegen das Land Rheinland-Pfalz geklagt, weil dort 70 Cent für die Nutzung von Toiletten auf Autobahnraststätten erhoben werden. Im Gegenwert erhält man einen Verzehrgutschein. Der Anwalt des Klägers meinte, dies verstoße gegen die Pflicht des Staates, eine Grundversorgung für seine Bürger sicherzustellen, der sogenannten Daseinsvorsorge. Dieser Argumentation ist das Gericht nicht gefolgt, weil auf rheinland-pfälzischen Autobahnparkplätzen insgesamt 43 kostenfreie Toiletten bereitstehen. Der Staat sei nicht verpflichtet, die Grundversorgung seiner Bürger kostenlos sicherzustellen. Letztlich sei das Land Rheinland-Pfalz der falsche Klagegegner. Die Bundesrepublik Deutschland selbst habe einen Rahmenvertrag mit der Autobahn Tank & Rast GmbH geschlossen, von der die Gaststätten betrieben werden. Dieser Rahmenvertrag sei inzwischen wieder gekündigt worden.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig
08.12.2017, Madrid Die spanische Automobilvereinigung Aniacam konnte im November 2017 den 20. Monat in Folge ein Wachstum für den lokalen Automobilmarkt vermelden. Dieser fiel mit 12,5 Prozent besonders stark aus. Das führte dazu, dass erstmals seit 2007, im November wieder mehr als 100.000 Fahrzeuge abgesetzt werden konnten. Besonders bedeutend ist das stetige Wachstum in Spanien vor dem Hintergrund, dass im September 2016 die Abwrackprämie für PKW ausgelaufen ist. Die meisten Experten haben deshalb mit einem entsprechenden Rückgang des Absatzes gerechnet, dieser ist bislang aber vollständig ausgeblieben. Damit zeigt sich auch, dass der Automarkt in Spanien weiterhin robust ist, so wie die gesamte wirtschaftliche Entwicklung in dem südeuropäischen Staat. Auch die Auswirkungen des Katalonien-Konflikts konnten das hohe Wachstum nicht stoppen.

Ein besonders starken Wachstum konnten die zum PSA-Konzern gehörenden Marken Citroen (+27 Prozent), Peugeot (+25 Prozent) und Opel (+15 Prozent) erzielen. Dass stärkste Plus unter Volumenmarken erreichten aber Suzuki (+60 Prozent) und Dacia (+43 Prozent)