Aktuelle Nachrichten

16.02.2018, Berlin Der Akademische Senat der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin hat beschlossen, ein spanisches Gedicht an der Fassade des Hochschulgebäudes entfernen zu lassen. Das Gedicht stammt von dem Schweizer Lyriker Eugen Gomringer. Die letzten beiden Zeilen lauten ?avenidas y flores y mujeres y un admirador? und hatten offenbar bei Feministinnen Anstoß erregt. 2017 hatte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) öffentlich seine Kritik geäußert. Die deutsche Übersetzung der beiden Zeilen lautet: ?Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer?. Angeblich werden Frauen damit zum Objekt männlicher Bewunderung ?degradiert?. In den Medien stößt die Kritik vielfach auf Unverständnis und wird teilweise als Zensur bezeichnet. Ein Kommentar in der FAZ am 2. Februar 2018 vergleicht die Position der Hochschule mit der Nazi-Debatte um ?Entartete Kunst?, Alexander Kissler benutzt im CICERO den Begriff ?Geschmackstotalitarismus?
13.02.2018, Eichstätt Zwei ehemalige Mitarbeiter des Bistums Eichstätt wurden wegen des Verdachts der Untreue und Korruption verhaftet. Aufgrund einer Strafanzeige des Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke war gegen die beiden Männer ermittelt worden, die durch riskante Anlagen auf dem US-Immobilienmarkt in den Jahren 2014-2016 dem Bistum einen Verlust von fast 50 Millionen Euro bescherten.

In diesem Zusammenhang kritisieren einige Kommentatoren den Umgang der Kirche mit Geldvermögen und appellieren an das Verständnis von Christentum
11.02.2018, Barcelona Die spanische Staatsbahn RENFE hat angekündigt, ab dem nächsten Jahr einen kostengünstigen Hochgeschwindigkeitszug unter der neuen Marke EVA einführen zu wollen. Verkehren sollen diese Züge zwischen der Hauptstadt Madrid (Bahnhof Atocha) und Barcelona (Flughafen El Prat), darüber hinaus sollen diese einen Zwischenstopp in Camp de Tarragona einlegen. Die Verbindung wird anfangs fünf mal täglich bedient.

Ziel dieser neuen Marke soll es sein, neue Kunden zugewinnen, die derzeit noch mit Flugzeug oder dem Auto unterwegs sind, da die regulären Hochgeschwindigkeitszüge AVE vergleichsweise teuer sind. Dagegen sollen die EVA-Züge 20 bis 25 Prozent günstiger sein, als die bisherigen Verbindungen. Um die Kosten gleichzeitig zu senken, sind die Sitzplätze pro Reihe in einem 3+3 Format angeordnet und sie verfügen nur über eine Standardklasse. Darüber hinaus sind die Tickets ausschließlich Online buchbar. Gleichzeitig stehen den Kunden WiFi, eine App und die Möglichkeit mit den Tickets auch Taxis, Mietwagen oder Metrokarten zu buchen, zur Verfügung.

Nach derzeitiger Planung möchte die RENFE mit der neuen Marke EVA in Zukunft 1 Millionen Passagiere pro Jahr befördern.

Die spanische Staatsbahn geht damit den gleichen Weg, wie ihr französisches Pendant SNCF mit der Marke Ouigo.

Spanien verfügt derzeit über das längste Hochgeschwindigkeitszugnetz Europas und liegt weltweit, nach China, auf Platz zwei
10.02.2018, Wien Nach 13 Jahren hat das deutschsprachige Satire-Wiki namens Stupidedia den Betrieb zum 31. Januar 2018 eingestellt. Allerdings können die bisher angemeldeten Benutzer noch weiter daran arbeiten. Neuaufnahmen und anonyme Einträge nur mit IP sind jedoch seitdem nicht mehr möglich.

Stupidedia ist nicht das einzige Wiki, dessen Ende eingeläutet wird. Auch ''The Awl'', ein englischer Blog abseits des Mainstreams, gibt nach über sieben Jahren auf. Manchmal sind es Kostengründe, manchmal auch der Wechsel aktiver Autoren zu anderen Projekten und die zunehmende Konkurrenz, was dazu führt, dass die Arbeit nicht mehr fortgeführt werden kann. Einige versuchen sich mit bezahlter Werbung über Wasser zu halten. Doch letztlich entscheidet auch das Interesse der Leser
06.02.2018, Madrid Der spanische Automobilverband Aniacam meldete für den Monat Januar 2018 einen deutlichen Anstieg der PKW-Neuzulassungen von rund 20 Prozent, gegenüber dem Vorjahresmonat. Insgesamt konnten 102.152 Fahrzeuge abgesetzt werden und damit so viele, wie seit Januar 2007 nicht mehr.

Dieser Anstieg ist ein Ausdruck der sich deutlich verbesserten Wirtschaftslage in dem ehemaligen Krisenland. Denn trotz bedeutender Belastungen des Automarktes, zum Beispiel durch die Krise in Katalonien oder die Abschaffung der Abwrackprämie 2016, konnte der Markt den 22. Monat in Folge zulegen.

Von dem Wachstum konnten vor allem der Volkswagen-Konzern, Renault-Nissan und Fiat-Chrysler profitieren, da deren Konzernmarken, außer Audi und Nissan/Infiniti, jeweils ein überdurchschnittliches Plus vermelden konnten. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei den Volumenmarken Jeep (+125 Prozent), Hyundai (+76 Prozent) und Skoda (+65 Prozent) aus
05.02.2018, Bremen Seit 27. Januar 2018 ist Annalena Baerbock eine der beiden neuen Parteivorsitzenden der GRÜNEN. Ihren ersten Auftritt vor einem Landesparteitag hatte sie am 3. Februar in Bremen. Das kleinste Bundesland hat mehr grüne Parteimitglieder als Mecklenburg-Vorpommern. Eine rot-grüne Koalition besteht hier seit 2007 und ist die längste gegenwärtig noch bestehende grüne Regierungsbeteiligung auf Länderebene. 2019 wird in Bremen neu gewählt.

Der Bremer Parteitag diskutierte mehrere Themen mit dem Schwerpunkt Umwelt- und Klimaschutz. Annalena Baerbock hatte zuvor den Zusammenhang zwischen sozialer Gerechtigkeit und Ökologie betont. Als Beispiel nannte sie die Beobachtung, dass an stark befahrenen Straßen oft sozial benachteiligte Menschen wohnen. Neben mehr formalen Themen befassten sich die GRÜNEN auch mit einer Studie zu Lärm und Gesundheit. Demnach gebe es einen Anstieg der Gesamtsterblichkeit durch die Belastung mit Schienenverkehrslärm und Straßenverkehrslärm. Im März 2017 hatte die Bremer Bürgerschaft einen Beschluss zum Bahnlärm gefasst. Die GRÜNEN wollen weitere Forschungen auf Grundlage der Bremer Studie aus dem Jahre 2015, die vom Umweltbundesamt geförderte wurde.

Bisher wird der Lärm in Deutschland jedoch meist nur berechnet und nicht gemessen. Kontinuierliche Messungen an Straßen finden seit 2013 in Baden-Württemberg statt